Ru-Keramik: Wie Kaiser Huizongs Ästhetik den Höhepunkt des Porzellans der Song-Dynastie definierte
Song-Porzellan – Der Höhepunkt chinesischer Ästhetik

Wie Ma Weidu einmal sagte: „Song-Porzellan ist der Höhepunkt chinesischer Ästhetik.“
Während der Song-Dynastie entwickelte sich Porzellan auf eine Weise, wie man sie in keiner anderen Ära zuvor gesehen hatte. Es wurde in zwei Hauptsysteme unterteilt: offizielle Brennöfen (guan yao), die den raffinierten Geschmack des Kaisers widerspiegelten, und Volksbrennöfen (min yao), die die Praktikabilität betonten. Berühmte Volksbrennöfen waren Cizhou und Longquan, während die kaiserlichen Brennöfen – vom Hof in Auftrag gegeben – eine beispiellose künstlerische Höhe erreichten, insbesondere unter Kaiser Huizong der Nördlichen Song-Dynastie (reg. 1100–1126).
Unter den Fünf Großen Brennöfen der Song-Dynastie –Ru, Guan, Ge, Jun und Ding– wurde der Ru-Ofen stets als der prestigeträchtigste angesehen. Sein bekanntestes Merkmal war die himmelblaue Glasur (tianqing Sie), der Kaiser Huizong nicht widerstehen konnte. Ru-Ware wurde zu kaiserlichem Porzellan, ohne Rücksicht auf Kosten oder Zeit hergestellt. Die Handwerker fügten sogar pulverisierten Achat in die Glasur, was der Oberfläche eine jaspisähnliche, seidige Textur verlieh.

Die Legende von „Himmel nach dem Regen“
Die Legende besagt, dass Kaiser Huizong einmal von einem sich nach dem Regen klarenden Himmel träumte und von seiner einzigartigen Farbe fasziniert war. Er befahl den Handwerkern, diese in Porzellan nachzubilden, und erklärte berühmt: „Wenn der Regen nachlässt und die Wolken aufbrechen, fangt diese Farbe ein.“ Viele Handwerker mühten sich ab, aber die Handwerker der Präfektur Ru waren erfolgreich – so entstand die legendäre Ru-Ofen-Glasur.
Besondere Merkmale des Ru-Ofen-Porzellans
Farbe: Sanft, natürlich und elegant, mit Farbtönen wie Himmelblau, Mondweiß, Bohnengrün und Seeblau.
Textur: Glänzend, feucht und jaspisähnlich, mit einem sanften Resonanzton beim Antippen.
Craquelé-Muster: Da Glasur und Körper während des Brennens unterschiedlich stark schrumpften, entstanden feine Craquelés. Dazu gehörten Zikadenflügel-Linien, Krabbenklauen-Craquelés, Weidenblatt-Craquelés und Eis-Craquelés. Was als technische Mängel begann, wurde zu hochgeschätzten dekorativen Effekten.
Blasen: Unter Vergrößerung erscheinen winzige Luftblasen in der Glasur verstreut wie „spärliche Sterne im Morgengrauen“.
Sesamsamen-Stützmarken: Um eine vollständig glasierte Oberfläche zu erzielen, verwendeten Töpfer winzige Stützen, um die Gefäße während des Brennens zu halten. Nach dem Brennen hinterließen diese winzige Spuren, die an Sesamsamen erinnerten – ein identifizierendes Merkmal der Ru-Ware.
Formen und Gestalten
Ru-Ware wurde nicht nur als Alltagsgegenstände wie Schalen, Teller und Platten hergestellt, sondern auch als kaiserliche Ausstellungsstücke, inspiriert von Bronzegefäßen. Berühmte Formen umfassen Dreifuß-Räuchergefäße mit Schnurmuster und Lotuspeterschalen. Häufige Merkmale sind nach außen gewölbte Ränder, die das Design zeitgenössischer Gold- und Silberwaren widerspiegeln.
Berühmte Beispiele
Himmelblauer Dreifuß-Räuchergefäß mit Schnurmuster – Inspiriert von Han-Bronzegefäßen, zylindrisch mit drei Beinen, glatte, jaspisähnliche Glasur. (Palastmuseum, Peking)

Lotusblüten-Wärmeschale – Geformt wie eine blühende Lotusblume, mit eleganten Kurven und zarter Craquelé-Glasur. (Nationales Palastmuseum, Taipeh)

Himmelblaues Ru-Becken (Waschbecken) – Einfach, weite Öffnung, flacher Bauch, auf drei Füßen stehend, mit klarer himmelblauer Glasur und natürlichen Craquelés. (Palastmuseum Peking, British Museum London)

Ursprung und Brennofen-Standorte
Der Name Ru-Ofen leitet sich von seinem Standort im antiken Ruzhou ab, das die heutigen Kreise Ruzhou, Baofeng, Lushan, Xiangcheng und Jia in Henan umfasst. Die wichtigsten Brennofen-Standorte wurden in den Dörfern Qingliangsi und Hanzhuang im Kreis Baofeng, nahe Pingdingshan, Henan, entdeckt.
Entwicklungsphase (Mitte Nördliche Song-Dynastie): Von der Regierungszeit Kaiser Renzongs (1023) bis zu der Shenzongs (1085) wurde die Produktion erweitert, die Verzierungen wurden aufwendiger und die Glasureffekte verfeinerter.
Höhepunkt (Späte Nördliche Song-Dynastie): Ru-Ware wurde als Tributporzellan ausgewählt und später unter Kaiser Huizongs Herrschaft zu einem offiziellen Hofbrennofen. Wissenschaftler debattieren das genaue Datum, an dem es zu einem kaiserlichen Brennofen wurde – wahrscheinlich zwischen den Zhenghe- (1111–1118) und Xuanhe-Äras (1119–1125).
Niedergang (Späte Nördliche Song-Dynastie): Die Produktion kam während der Jurchen-Invasion und politischer Unruhen zum Erliegen. Die Techniken gingen verloren. Während der Jin- und Yuan-Dynastien imitierten Volksbrennöfen weiterhin Ru-Ware, jedoch mit dickeren Körpern, gröberer Verarbeitung und unvollständigen Glasuren.
Wiederentdeckung der Brennofen-Standorte
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